„Werte oder Wanderdüne – Was leitet die Politik?“

Oberwesel. „Politiker sollten wissen woher sie kommen und wohin sie wollen“, so einer von zahlreichen Slogans der Fraktionsvorsitzenden der CDU im rheinland-pfälzischen Landtag vor den beiden Lions Clubs Hunsrück und Rheingoldstraße in Oberwesel-Dellhofen. 

Präsident Hans Josef Bracht vom LC Hunsrück konnte die Lionsfreunde der Rheingoldstraße zum gemeinsamen Vortragsabend mit der Vollblut-Politikerin Julia Klöckner, MdL begrüßen. Klöckner stellte gleich zu Beginn ihrer aufmerksam aufgenommen Äußerungen unter dem Titel „Werte oder Wanderdüne – Was leitet die Politik?“ unmissverständlich klar: „Politiker müssen Entscheidungen treffen, weil es nicht DIE Wahrheit gibt!“ Natürlich suchen auch Politiker nach Zustimmung, aber eine Demoskopie-Politik alleine funktioniert nicht. Es sei immer eine Gradwanderung die Entscheidungen im Interesse der Gesellschaft richtig zu treffen. Die Referentin ließ sich auch selbstkritisch auf die Frage ein „Kann es Politik ohne Werte geben?“ Und sie ließ dies – wie auch viele anderen Fragen nicht unbeantwortet. „Klar gibt es auch heute noch Werte, sie sind aber oft anders als früher, für mache ist z. B. Sportschau sehen ein wichtiger Wert. 

Werte haben aus ihrer Sicht der Dinge mit Haltung und Leitlinien zu tun, mit Respekt vor dem Anderen. So äußert sie, das eine geringe Wahlbeteiligung auch Ausdruck von Wohlstand sein kann und nicht nur auf den Slogan ‚Politikverdrossenheit‘ zurückzuführen sei. Bring- und Hohlschuld gelte nicht nur für Politiker, sondern auch für den Wähler, denn letztlich gebe es keine Alternative zu unserem freiheitlichen Rechtsstaat mit politischen Strukturen. So lasse sie sich persönlich von der Bioethik leiten und auch ihr christlicher Glaube helfe ihr manches auch etwas entspannt zu sehen.

Politiker – aber eben nicht nur Politiker, sondern die Gesellschaft insgesamt - brauchen nach ihrem Verständnis ein eigenes Wertgerüst. Und dies müsse der Politiker eben präsentieren und daran kann er dann gemessen werden.  

Für die CDU-Chefin Julia Klöckner steht die christliche Soziallehre, die durch Personalität, Subsidiarität und Solidarität geprägt ist, für eine zentrale Werteorientierung. Dabei gilt im Rahmen der Personalität z. B. unter dem Stichwort Chancengleichheit und Gerechtigkeit nicht für alle das Gleiche, sondern für alle das Beste. Subsidiarität meint, dass Entscheidungen soweit unten wie möglich getroffen werden müssen. Also nicht immer der vorsorgende Staat, sondern so viel als möglich selbst auf privater Basis. Und Solidarität braucht immer die Toleranz bezogen auf den Anderen.

Es gilt für den Politiker sich nicht nur von Wahlen, veröffentlichten Meinungen und Umfragen, sondern auch ganz konkret von Prinzipien leiten zu lassen. Politiker sollten wissen woher sie  kommen und wohin sie wollen. Die Fraktionsvorsitzende der CDU im rheinland-pfälzischen Landtag forderte die Lions auch zu politischem Engagement auf, denn klagen über die Politik und Politiker helfe letztendlich nicht weiter.

Nach einer engagierten Diskussion dankten die beiden Präsidenten der Lions, Hans-Josef Bracht (LC Hunsrück) und Reinhard Franz (LC Rheingoldstraße), und wünschten der CDU-Politikerin eine gute Hand in ihrer Führungsaufgabe.


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